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Will die CDU Steuergelder verschwenden?
Die CDU in Wattenbek hat sich den Ausbau der
Wilhelm-Stabe-Straße zwischen Bahnhofstraße und Grotenkamp auf
die Fahnen geschrieben.
So stellte ihr Vorsitzender des Umwelt- und
Versorgungsausschusses der Gemeinde Wattenbek zwei
Planungsentwürfe vor, die den Rückbau der Straße auf eine
Breite von 5,50 m, eine beidseitige Verbreiterung der Gehwege auf
2 - 2,50 m sowie den Einbau von Fahrbahnverengungen vorsehen.
Hinzu kommen diverse Aufpflasterungen und Einengungen von
Einmündungen.
Die Baukosten der gesamten Maßnahme belaufen sich
bei den beiden Planungsbüros auf etwa 250.000 €. Hinzu kommen
Planungskosten von ca. 26.000 €, so dass die gesamten
Ausbaukosten für den Abschnitt Bahnhofstraße bis Grotenkamp sich
auf gut 280.000 € belaufen werden.
Die CDU begründet die Notwendigkeit dieser
Maßnahme damit, dass sich Straße in einem schlechten Zustand
befinde, die Verkehrssicherheit nicht gegeben sei, da dort zu
schnell gefahren werde und das Verkehrsaufkommen groß sei. In
ihrem Mitteilungsblatt "Blickpunkt" verkauft sie die
Maßnahme gar als "zukunftweisende Investition".
Die SPD hält den Aus- und Umbau der
Wilhelm-Straße-Straße dagegen für überflüssig und angesichts
der Haushalts- und Finanzlage der Gemeinde Wattenbek für nicht zu
rechtfertigen. Die Maßnahme widerspricht den Grundsätzen einer
vernünftigen, sparsamen, auf den zukünftigen Erhalt der
Leistungsfähigkeit der Gemeinde abgestellte Haushalts- und
Finanzplanung.
Im Einzelnen sprechen gegen den Ausbau folgende,
schwerwiegende Gründe:
- Im Haushalt 2004 sind bis auf 30.000 € für
Planungskosten keinerlei Mittel vorgesehen. Freier Finanzspielraum
ist so gut wie nicht mehr vorhanden. Die Gemeinde müsste für den
Ausbau Kredit aufnehmen oder die Rücklage aufbrauchen. Die
Rücklage der Gemeinde wird Endes des Jahres 2004 nur etwa 300.000
€ betragen.
- Die finanzielle Situation der Gemeinde wird sich
in den kommenden Jahren eher verschlechtern als verbessern, da
eine Erhöhung der Amt- und der Schulverbandsumlage ins Haus steht
und auch eine Erhöhung der Kreisumlage zu erwarten ist. Etwaige
Einnahmen aus Grundstücksverkäufen werden für die Beteiligung
am Bau der großen Sporthalle am Reesdorfer Weg benötigt. Der Bau
dieser Halle ist auch absolut vorrangig.
- Der Aus- und Umbau der Willhelm-Stabe ist aber
auch sachlich und aus verkehrstechnischen Gründen nicht zu
rechtfertigen. Das Verkehrsaufkommen in der Wilhelmn-Stabe-Straße
ist gering, gemessen an der Brügger Chaussee und an
Schul-/Dorfstraße und Reesdorfer Weg eher drittrangig.
Durchgangsverkehr ist wenig und nur zeitweise vorhanden.
- Die Straße ist mit einem Tempolimit von 30 km/h
belegt. Der im Bereich Residenz Ahorn, Helmecke-Komplex vorhandene
ruhende Verkehr (parkende Fahrzeuge) trägt ebenso zur
Verkehrsberuhigung bei, wie die parkende Fahrzeuge im vorderen
Eingangsbereich der Straße. Zusätzliche bautechnische Maßnahmen
sind nicht erforderlich.
- Die Straße selbst befindet sich in einem guten
bis befriedigendem Zustand. Provisorische, verkehrsberuhigende
Einrichtungen sind vorhanden. Nur im im hinteren Bereich, zwischen
Grotenkamp und Diekredder sind diese auf Veranlassung der CDU
wieder abgebaut worden. Dort wird mangels parkender Fahrzeuge
wieder deutlich zu schnell gefahren.
- Durch den Umbau würden zwar die Gehwege
verbreitert, gleichzeitig aber der Fahrradverkehr auf der nun
deutlich schmaleren Fahrbahn belassen.
- Die veranschlagten Kosten dürften zudem nicht
ausreichen, da bei einem Umbau auch der Zu- stand der Ver- und
Entsorgungsleitungen zu prüfen und ggf. zu erneuern wäre. Diese
Kosten sind noch nicht einmal eingeplant.
- Wer A sagt muss auch B sagen. Der weitere Ausbau
der Straße zwischen Grotenkamp und Diekredder müsste sich zeitnah
anschließen. Dieses insbesondere auch deshalb, weil die
Erschließung des sog. Schullandes am Diekredder über diesen
Bereich der Straße abgewickelt werden wird, was ein erheblich
höheres Verkehrsaufkommen erwarten lässt. Ein weiterer Ausbau
würde weitere 300.000 bis 350.000 Euro kosten.
Angesichts dieser Argumente vertritt die CDU
nunmehr die Meinung, dass die Umsetzung der Aus- und
Umbaumaßnahme abhängig von der jeweiligen Finanzlage über Jahre
gestreckt in kleinen Abschnitten erfolgen sollte. Aus diesem Grund
ist sie der Auffassung, dass der volle, uneingeschränkte
Planungsauftrag (Kosten: ca. 27.000 €) schon jetzt vergeben
werden sollte.
So hat sie denn auch in der Sitzung des
Fachausschusses im Dezember 2003 mit ihrer Mehrheit gegen die
Stimmen der SPD die Planungsvergabe beschlossen, als Empfehlung an
die Gemeindevertretung, in der sie ebenfalls die Mehrheit der
Stimmen hat.
Aber auch das Strecken der Maßnahme ist nicht zu
rechtfertigen und zu begründen. Wer jetzt Planungsaufträge
erteilt, muss die Maßnahme auch zügig umsetzen. Sonst läuft man
in Gefahr, dass die Planung überholt wird und eine neue oder
ergänzende Planung notwendig wird, was weitere Kosten verursacht.
D ie Umsetzung der Maßnahme über mehrere
Abschnitte und Jahre hinweg verursacht erhebliche Mehrkosten (z.B.
mehrfache Baustelleneinrichtung, Preis- und Kostensteigerung bei
den ausführenden Firmen, mehrfache An- und Abschlussarbeiten).
Ganz unabhängig davon, wäre die Belastung und
Beeinträchtigung der Anwohner über Monate und Jahre hinweg
schlichtweg unzumutbar.
Die SPD fordert daher, die weitere Planung zu
stoppen und keine Planungsaufträge zu erteilen. Vielmehr sollten
die provisorischen Einrichtungen, die sich bewährt haben, als
dauerhafte Einrichtungen ausgebaut werden. Das erfordert aber
keine vollständige Überplanung der gesamten Straße. Im Übrigen
sind etwaig verbleibende Mittel besser im Bereich der
Einrichtungen Kindergarten und Schule einzusetzen.
SPD Wattenbek
- Der Vorstand -
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